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Image courtesy of Dominique Meienberg

Tätowiert, tot und ausgestopft: Das Schwein „Donata“ sorgt in Hamburg für Wirbel! Seit Donnerstag steht die Sau im Museum für Kunst und Gewerbe, als Teil der „Tattoo“-Ausstellung, die am 13. Februar eröffnet wird. Tierschützer laufen Sturm, der Künstler sieht’s gelassen. Denn Wim Delvoye (49) hat schon ganz andere Reaktionen auf seine Kunst-Stückchen bekommen. Etwa auf seine „Verdauungs-Maschine“. Echte Kacke? Inklusive!

Der Belgier provoziert gerne, sorgt mit seinen Werken immer wieder für Aufsehen. Mal hat er Mosaike aus Salami und Schinken ins Museum gehängt. Mal Teleskope gebaut, deren „Sucher“ im Hintern einer Skulptur stecken. Und mit „Tim“ das einzige „lebendige Kunstwerk“ der Welt geschaffen.

„Tim“, das ist der Schweizer Tim Steiner, dessen Rücken erst tätowiert und schließlich verkauft wurde: für 150.000 Euro an den Hamburger Sammler Rik Reinking. Steiner muss seinen Rücken jetzt regelmäßig in Ausstellungen zeigen – im April und Juni auch in der Hamburger „Tattoo“-Schau.

„Cloaca“ aber ist Delvoyes berühmtestes Kunstwerk, in allen wichtigen Museen der Welt war es schon zu sehen. Der 49-Jährige nennt es zärtlich „meine Kack-Maschine“, denn „Cloaca“ simuliert die menschliche Verdauung. Ein Expertenteam aus Ärzten, Bakteriologen und Ingenieuren hat es entwickelt, jahrelang mit Enzymen und Bakterien experimentiert.

Kacke: Die Verdauungs-Maschine „Cloaca“ machte den belgischen Künstler weltberühmt. Mittlerweile gibt es neun dieser Geräte, die Kot herstellen. Und „Cloaca“ funktioniert! Auf der einen Seite wird die zwölf Meter lange Maschine aus Glasbehältern und Schläuchen mit Nahrung gefüttert: Bananen, Pizza oder – wie einst im Rahmen einer Ausstellung in Lyon – auch schon mal ein 3-Sterne-Menü. Und auf der anderen Seite kommt die Sch… wieder raus. Die Würste werden in Folie gepackt und mit einem Datumsstempel versehen.

Für den Meister-Provokateur ein lohnendes Geschäft: „Ich kann locker 3000 Dollar für eine Kackwurst nehmen“, verriet der Belgier einmal in einem Interview. „Kacke ist eigentlich das Wertloseste, was es gibt, und Leute würden nie auf die Idee kommen, dafür Geld auszugeben. Aber dann kommen sie ins Museum und sagen: ,Oh, da ist ja ein Stempel mit meinem Geburtstag drauf!‘ – und kaufen das Päckchen.“

Inzwischen gibt es neun „Cloaca“-Versionen. 2009 baute Delvoye die jüngste: das „Cloaca Travel-Kit“. Es ist so klein, dass es in einen Aktenkoffer passt. Für gute Verdauung auf Reisen.

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